Arzt unterbricht Sprechstunde, nachdem er entdeckt hat, was das Mädchen wochenlang versteckt hat.

„Wenn wir mit irgendwelchen Problemen ins Krankenhaus gehen, werden wir unser ganzes Leben lang für Untersuchungen bezahlen“, wiederholte sie.

Trotzdem beobachtete Natalia weiter.

Um 7:18 Uhr ließ Marichka den Großteil ihres Frühstücks auf dem Teller liegen.

Um 16:40 Uhr kam sie blass von der Schule zurück und legte sich, noch in ihrem Sweatshirt, hin.

Am Freitag um 21:12 Uhr fand Natalia ihre Tochter im Badezimmer. Sie hielt sich am Waschbecken fest, weil sie kaum stehen konnte.

Diesmal fragte sie direkt, was los sei.

Das Mädchen versuchte zu sagen, es sei nichts.

Doch als ihre Mutter fragte, ob es weh täte, bestätigte Marichka es schließlich.

Später, auf dem Balkon, in dem viel zu großen Sweatshirt ihres Vaters und die Knie umklammernd, sagte sie einen Satz, der Natalias Meinung völlig änderte.

„Ich habe schon wieder Bauchschmerzen.“

Ihre Mutter fragte, warum sie es ihr nicht früher gesagt hatte.

Marichka senkte den Blick.

Ich habe mitgezählt.

Später erklärte sie, dass sie aufgehört hatte, weil ihr Vater immer wieder behauptete, er würde sich alles nur ausdenken.

Diese Reaktion zeigte Natalia, dass der Schmerz ihrer Tochter nicht nur körperlicher Natur war. Hinzu kam die Last, zu glauben, dass ihr niemand zuhören würde.

Am Montag rief die Schulkrankenschwester an.

Sie sagte, Marichka habe an diesem Tag bereits zweimal um Hilfe gebeten und kaum ein paar Löffel Suppe zum Mittagessen gegessen.

Die Krankenschwester stellte klar, dass sie noch keine Diagnose gestellt hatte, aber der Meinung war, das Mädchen solle noch am selben Tag untersucht werden.

Als Natalia Serhij davon erzählte, versuchte er erneut, die Situation herunterzuspielen.

Er sagte, die Krankenschwestern würden jedem raten, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Doch Natalia konnte es nicht länger als bloße Meinungsverschiedenheit abtun.

Sie fragte, was denn passieren würde, wenn es etwas Ernstes wäre.

Serhij antwortete, der Arzt würde wahrscheinlich sagen, sie habe unnötig Geld ausgegeben.

In dieser Nacht traf Natalia ihre Entscheidung.

Sie verhielt sich wie eine Mutter, selbst als ihr Mann wütend war.

Am nächsten Tag um 13:05 Uhr ging sie zur Schule, ohne Serhij Bescheid zu sagen.

Als Marichka mit ihrem Rucksack über der Schulter erschien, fragte das Mädchen als Erstes nach ihrem Vater.

Weiß er es?

Natalia antwortete, dass er es nicht wisse.

Ihre Tochter machte sich noch größere Sorgen.

Sie wird wütend werden.