Seine Tante kam mit einer Schüssel Taboulé herein.
Ihre Mutter kam mit einer Geburtstagstorte.
Nichten und Neffen wirbelten wie ein Wirbelwind durch den Flur.
Alle paar Minuten stellte jemand dieselbe Frage:
„Wann gibt es endlich Essen?“
„Ist das Essen bald fertig?“
„Es riecht köstlich, nicht wahr?“
Aber nichts roch gut.
Weil der Herd kalt war.
Weil die Küche blitzblank war.
Weil die Töpfe und Pfannen noch im Schrank standen.
Weil die Arbeitsfläche leer war.
Und als seine Mutter die Küchentür öffnete und ein Festmahl erwartete, fand sie in der Spüle nur eines: meinen Teller.
TEIL 2
„Wo bleibt das Essen, Maurice?“
Die Stimme meiner Schwiegermutter durchdrang den Raum wie ein Messerstich auf die Fliesen. Die Gespräche verstummten abrupt. Ein Cousin, der in der Nähe des Flurs stand, stellte sein Bier ab. Eine der Nichten, die bereits einen Pappteller in der Hand hielt, warf einen Blick vom Esszimmer in die dunkle Küche, als ob sich hinter der Tür ein Essen verbergen könnte.
Maurice stand mitten im Wohnzimmer, sein Lächeln verblasste bereits.
Die ganze Woche hatte er vor seiner Familie geprahlt. Er schwärmte vom Grillfleisch, den Ofenkartoffeln, dem Salat, dem Dessert und davon, wie „Valerie immer alles wunderschön macht“ zu seinem Geburtstag. Er genoss es, mit seiner Großzügigkeit anzugeben, besonders wenn es ihn nichts kostete. Nun standen zwanzig Leute mit leeren Mägen und Geschenktüten in unserem Haus und warteten darauf, von der Frau bedient zu werden, der er gesagt hatte, sie solle sich ihr Essen selbst kaufen und nicht länger auf seine Kosten leben.
Ich blieb, wo ich war, an der Konsole im Flur, ruhig genug, um ihn zu ärgern.
Die Küche hinter seiner Mutter glänzte. Die Arbeitsplatte war blitzblank. Der Herd war kalt. Der große Topf, den er so eifrig hergeschleppt hatte, damit seine Verwandten glaubten, er hätte eine Frau geheiratet, die „einen Haushalt führen kann“, war abgewaschen und lag kopfüber auf der Abtropffläche. Das einzige Geschirr in der Spüle war mein Teller, den ich ein paar Stunden zuvor für ein spätes Frühstück benutzt hatte, das ich allein zubereitet hatte.
Meine Mutter runzelte noch tiefer die Stirn.
„Maurice“, wiederholte sie lauter. „Ich habe dich gefragt, wo das Abendessen bleibt.“