Mein Vater hat mir Geld für meine blauen Haare gegeben. Bis ich merkte, wer ich für ihn war.

Seine Schultern sanken. „Claire starb drei Wochen vor ihrem achtzehnten Geburtstag.“ Mir wurde wieder übel. „Ich wollte ein Foto von dir zum Geburtstag machen.“ „Was?“ Er griff in die Schachtel. Ganz unten war ein ausgedrucktes Foto. Nicht von Claire. Von mir. Es war ein Foto, das Dad zwei Monate zuvor auf unserer Veranda gemacht hatte. Daneben war ein Foto von Claire, fast in derselben Position. Derselbe Winkel. Dieselbe blaue Haarfarbe. Dasselbe weiße Hemd. Ich starrte es an. „Du hast gesagt, ich soll das Hemd anziehen?“ Dad sah weg. Ich erinnerte mich an diesen Morgen. Er hatte mir sein altes weißes Karohemd gegeben und gesagt, es würde toll zu Jeans aussehen. Ich dachte, er wollte modisch sein. „Das hast du inszeniert.“ „Ich wollte nur sehen –“ „Wie sehr sehe ich deiner toten Tochter ähnlich?“ „Lily.“ Ich rannte ins Badezimmer und übergab mich.

Als Mom die Wahrheit erfuhr

Mama kam zwanzig Minuten später zurück. Sie fand mich auf dem Badezimmerboden sitzend, mit blauer Haarfarbe, die mir den Nacken hinunterlief. Ich schnappte mir eine Haarschere. Nicht gut. Eine Seite war über meinem Ohr, die andere bis zum Kiefer. Überall fehlten Haare. „Lily!“ Sie ließ ihre Handtasche fallen. „Was ist passiert?“ Papa stand hinter ihr. Ich zeigte auf ihn. „Frag ihn nach Claire.“ Mamas Gesichtsausdruck veränderte sich. „Wer?“ Papa schloss die Augen. In diesem Moment veränderte sich seine Ehe. Wir saßen drei Stunden lang am Küchentisch. Papa erzählte Mama alles. Claire. Melissa. Den Unfall. Den Alkohol. Die Fotos. Die Haare. Das Geld. Mama sprach kaum. Das ängstigte mich mehr als die Schreie. Schließlich fragte sie: „Du hattest eine Tochter?“ Papa nickte. „Und du hast es mir nie erzählt?“ „Ich habe mich geschämt.“ „Einundzwanzig Jahre lang?“ „Ich wusste nicht, wie.“ Mama starrte ihn an. „Du wusstest, wie du mich heiraten konntest.“ Er schauderte. „Du wusstest, wie du noch ein Kind mit mir bekommen konntest.“ „Anna –“ Du warst mir im Krankenhaus so eine große Stütze, als Lily geboren wurde, und hast mich glauben lassen, es wäre das erste Mal, dass du eine Tochter im Arm hältst.“ Papa fing an zu weinen. „Ich hatte Angst.“ Rechtliche Hinweise
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