Drei Jahre lang lebte ich als Witwe und zog meinen Sohn ganz allein groß. Dann, mitten im Flugzeug, starrte mein Neunjähriger einen Fremden an und flüsterte vier Worte, die mir einen Schauer über den Rücken jagten: „Mama, das ist Papa.“

TEIL 7 – Der Raum ohne  Türen

Victor Hale wirkte nicht überrascht.

Das ängstigte Claire am meisten.

Er führte sie in einen privaten Raum hinter dem Club, dessen Wände mit dunklen Spiegeln verkleidet waren und der keine Fenster hatte. Kline schloss die  Tür hinter ihnen ab.

Immobilienregistrierungen

Ethans Zeichnungen blitzten vor Claires inneren Augen auf: Häuser ohne Türen.

Victor schenkte sich ein  Getränk ein. „Du hast mir einen sehr unangenehmen Abend bereitet.“

Claire legte das Microdrive auf den Tisch.

Es war nicht das Original. Madison hatte sich davon überzeugt.

„Ich möchte, dass mein Sohn in Ruhe gelassen wird“, sagte Claire.

Victor lächelte. „Mütter fangen immer mit unmöglichen Wünschen an.“

Daniels Stimme war eiskalt. „Sie wollten das Kassenbuch. Hier ist es.“

Victor sah ihn an. „Weißt du, Nathan, du warst viel nützlicher, als du tot warst.“

Todund Tragödien

Kline kicherte.

Claire warf Daniel einen Blick zu und erwartete seine Reaktion.

Das tat er nicht.

Victor hob den gefälschten Datenträger hoch. „Weißt du, was ich nie verstanden habe, Daniel? Warum versteckt man das Original beim Kind? Warum gibt man es nicht sofort dem FBI?“

Daniel sagte nichts.

Victor beugte sich näher.

„Weil du ihnen nicht vertraut hast. Kluger Mann.“

Claire sah, wie Klines Lächeln verschwand.

Victor fuhr fort: „Aber hier liegt die Tragödie. Du hast dem falschen Toten vertraut.“

Todund Tragödien

Daniels Augen verengten sich.

Kline zog eine Waffe.

Aber er zielte nicht auf Claire.

Er zielte auf Victor.

Einen Augenblick lang hielt niemand den Atem an.

Daraufhin sagte Kline: „Ich habe es satt, dein Laufbursche zu sein.“

Victor starrte ihn an. „Du Idiot.“

Klines Hand zitterte. „Dieses Kassenbuch bringt mich für immer hinter Gitter. Ich will das Original und das Geld, das Sie mir versprochen haben.“

Plötzlich ertönte Madisons Stimme aus Daniels verstecktem Ohrhörer. „Daniel, Bewegung! Position halten!“

Doch Kline hatte bereits einen Ausfallschritt gemacht.

Der Raum versank im Chaos.

Immobilienregistrierungen

Victor packte Claire. Daniel schlug Kline auf den Arm. Ein Schuss löste sich und zersplitterte einen der Spiegel. Claire schrie auf, als Glassplitter wie silbernes Eis herabregneten.

Hinter dem zerbrochenen Spiegel befand sich keine Wand.

Es handelte sich um einen schmalen Wartungsgang.

Claire hat es zuerst gesehen.

Ein Raum ohne Türen hatte einen versteckten Ausgang.

Sie rammte Victor den Ellbogen in die Rippen und rannte weg.

Daniel folgte ihnen und zog Klines Pistole vom Boden auf. Victor rief hinter ihnen. Irgendwo darüber heulten Alarme auf.

Claire stürmte in den Durchgang und stieß mit Madison zusammen.

„Wo ist Ethan?“, keuchte Claire.

Madisons Gesichtsausdruck veränderte sich.

Claires Blut gefror.

„Er war mit Agent Ross zusammen“, sagte Madison.

Daniel packte ihren Arm. „Wo ist mein Sohn?“

Madisons Telefon klingelte.

Sie antwortete über den Lautsprecher.

Ethans Stimme drang durch das Ohr, leise und zitternd.

“Mama?”

Schwangerschaftund Mutterschaft

Claires Knie gaben fast nach. „Schatz, wo bist du?“

Ein Mann lachte leise.

Kline.

Doch Kline war hinter ihnen und lag blutend am Boden.

Daniel wurde blass.

Die Stimme am Telefon sagte: „Falsche Kline.“

Madison flüsterte: „Nein.“

Daniel starrte auf das Telefon.

“Wer ist das?”

Der Mann lachte erneut. „Der Bruder, nach dem niemand gesucht hat.“

Zeitschriften

Claires Gedanken rasten.

Elias Kline hatte einen Zwillingsbruder.

Der Mann in der Lobby. Der Mann im Flur. Der Mann, der Ethan mitgenommen hat.

Nicht Elias.

„Bringen Sie Ihren Ehrgeiz mit zum Pier 19“, sagte die Stimme. „Kommen Sie allein, Mrs. Whitaker. Sonst erfährt Ihr Sohn, wie tief das Wasser in Miami wirklich ist.“

Die Leitung war tot.

Für einen schrecklichen Moment löste sich der Raum um Claire herum auf.

Dann packte Daniel ihre Schultern.

„Wir holen ihn zurück.“

Claire blickte dem Mann, den sie begraben hatte, in die Augen und fand etwas, womit sie nicht gerechnet hatte.

Zeitschriften

Nicht der Ehemann, der gegangen ist.

Nicht der Geist im Flugzeug.

Ein Vater, bereit, die Nacht zu entfesseln.