Mein Handy klingelte noch vor Tagesanbruch.
Mama. Papa. Wieder Mama. Dann mein Bruder.
Ich ignorierte jeden einzelnen Anruf.
Eine Stunde später rief Tante Diane an.
„Schatz“, sagte sie sanft, „deine Eltern sind da.“
Ich fuhr rechts ran. „Sind sie den ganzen Weg gefahren?“
„Sie dachten, du kommst mich besuchen.“
Ich kicherte. „Ausnahmsweise … lagen sie falsch.“
Diane seufzte. „Sie fragen nach deiner Adresse.“
„Bitte sag es ihnen nicht.“
„Werde ich nicht.“ Es herrschte lange Stille. Dann sagte sie etwas, das mir ein beklemmendes Gefühl im Herzen verursachte. „Deine Mutter weint.“
Ich wollte beruhigt sein. Stattdessen fühlte ich mich nur erschöpft.
Am Nachmittag schrieb mir mein Bruder eine SMS. Mama gibt sich immer noch die Schuld.
Ich las die Nachricht und antwortete nicht.
Eine zweite Nachricht kam an. Papa sagt immer noch, er habe keine Ahnung, warum du gegangen bist.
Das hat mich sehr verletzt. Er hat es wirklich nicht verstanden.
Einige Wochen vergingen. Ich habe mich in meiner neuen Wohnung eingelebt, angefangen zu arbeiten und mir langsam ein Leben aufgebaut, in dem mich niemand mit anderen verglich.
Dann rief Tante Diane wieder an.