Ich stand in dem Gerichtssaal, in meiner Lederweste, und hielt einen sechzehnjährigen Jungen in einem orangefarbenen Overall im Arm. Der ganze Saal starrte mich fassungslos an. Marcus klammerte sich zitternd an mich, sein Gesicht an meine Brust gepresst. Der Richter wirkte ratlos, der Staatsanwalt empört, und meine Frau weinte leise in der letzten Reihe.
„Mr. Patterson“, sagte der Richter und wählte seine Worte bedächtig, „dieser junge Mann hat sich soeben des Totschlags im Straßenverkehr schuldig bekannt. Er hat seiner Tochter das Leben genommen. Er war betrunken. Er hat seine Familie für immer verändert. Könnten Sie dem Gericht erklären, warum Sie ihn unterstützen?“
Ich ließ Marcus nicht los. Ich hielt ihn nur fester, um ihn zu stützen. „Euer Ehren“, sagte ich, „bevor Sie das Urteil verkünden, möchte ich eine Erklärung abgeben.“
Der Richter nickte. Stille breitete sich im Gerichtssaal aus.
Erst dann trat ich zurück, blieb aber nah genug, damit Marcus wusste, dass er nicht allein war. Meine Hände zitterten, als ich mich dem Gerichtssaal zuwandte. Ein halbes Jahr lang hatte ich diesen Moment gefürchtet. Sechs Monate seit dem Unfall. Sechs Monate seit der Beerdigung meiner Tochter.
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