Der Millionär gab vor, gelähmt zu sein, um eine Frau zu finden, die sein Geld nicht lieben würde… Sie alle gingen, weil sie sich weigerten, „Dienstmädchen“ zu sein, aber eine junge Haushälterin wusch ihn mit unendlicher Sanftmut…

Alexandre de Villiers war einer der reichsten Junggesellen Frankreichs.

Als Besitzer von Luxushotels, Weinbergen im Burgund und eines mächtigen Transportkonzerns war sein Name in Zeitschriften, Fernsehnachrichten und auf jedem Treffen der High Society präsent. Er war elegant, gebildet, charmant … und unendlich einsam.

Er lebte in einer weitläufigen Villa in Neuilly-sur-Seine, umgeben von hellem Marmor, akkurat gepflegten Gärten, stillen Brunnen und Angestellten, die sich fast lautlos bewegten, als könnte der Luxus selbst beim kleinsten Schritt zerbrechen. Doch weder dieser Glanz noch diese Macht konnten die Leere in ihm füllen.

Alexandre war erschöpft.

Erschöpft von Lächeln, die zu perfekt waren.

Erschöpft von Frauen, die ihm zuerst in die Augen sahen, dann auf die Schlüssel seiner Oldtimer.

Erschöpft von zärtlichen Worten, die nach Selbstsucht rochen.

Er wusste nicht mehr, ob ihn irgendjemand noch lieben könnte, wer er war, und nicht wegen seines Besitzes.

Eines Abends, allein in seinem Büro, mit einem Glas Cognac in der Hand, traf er eine ebenso absurde wie verzweifelte Entscheidung.

Er wollte die Welt auf die Probe stellen.

Am nächsten Morgen verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer in Paris: Alexandre de Villiers hatte auf der Normandie-Autobahn auf der Rückfahrt von Deauville einen schweren Unfall und war von der Hüfte abwärts gelähmt.

Man sagte auch, die Pflege, die Spezialisten und die Behandlung hätten ein Vermögen gekostet, und sein Imperium sei nun in Gefahr.

Die Gerüchte kursierten.

Dass er nicht mehr derselbe Mann sei wie einst.

Dass seine Welt zusammenbrach.

Dass er nun ständige Pflege benötigte.

Dass er immer noch nach einer Frau suchte, ja … aber nach einer, die bereit war, seine Scham zu teilen.

Alexandre, im Rollstuhl sitzend, mit ausdruckslosem Gesicht, Stolz hinter kaltem Blick verborgen, öffnete die Türen seines Hauses für jene, die ihn noch immer zu lieben behaupteten. Er hatte Mobilitätshilfen bereitgestellt.

Viele kamen.

Influencerinnen in makellosem Beige, die eine berechnende Stille ausstrahlten.

Models mit eisiger Schönheit.

Töchter bedeutender Industrieller aus Lyon, Bordeaux, Marseille und Paris.

Parfümierte, gepflegte, makellose junge Frauen … mit kultivierten Stimmen und durchsichtigen Absichten.

Doch allein sein Anblick im Rollstuhl genügte, um die ganze Wahrheit zu enthüllen.

„Entschuldigen Sie?“, fragte eine blonde Frau namens Camille und starrte den Rollstuhl an, als wäre er etwas Abstoßendes. „Sollen wir hierbleiben und Sie pflegen?“ „Ich dachte, ich würde Madame de Villiers werden, nicht Krankenschwester“, murmelte eine andere Frau und strich ihr Kleid glatt.

„Ich werde meine Tage nie damit verbringen, einen Rollstuhl zu schieben, Medikamente zu verteilen und in Selbstmitleid zu leben“, warf eine dritte Frau mit einem leichten, grausamen Lachen ein. „Außerdem, wenn schon die Hälfte seines Vermögens in Krankenhäuser geflossen ist, was soll das Ganze dann noch?“ Mobilitätshilfen

Jede von ihnen zeigte ihr wahres Gesicht.

Manche suchten nach Ausreden.

Andere gingen mit angewiderten Grimassen davon.

Manche versuchten gar nicht erst, es zu verbergen.

„Was für ein Albtraum …“

„Es ist natürlich traurig, aber so lebt man nicht.“

„Ich bin nicht dazu geboren, anderen zu dienen.“

„Er hätte sich eine Pflegekraft einstellen sollen, keine Ehefrau.“

Alexander antwortete nicht. Er ballte nur die Fäuste an den Armlehnen des Stuhls.

Draußen stand er regungslos da.