Ein Gothic-Mädchen besuchte meine 73-jährige Mutter fortan jeden Samstag. Nach der Beerdigung meiner Mutter überreichte mir das Mädchen einen Schlüssel und sagte: „Deine Mutter bat mich, dir diesen erst nach ihrem Tod zu geben.“

Sie streckte mir die Hand mit fest geschlossener Hand entgegen.

„Maeve.“

Ich drehte mich um.

Meine Augen waren vom Weinen geschwollen.

„Danke, dass du gekommen bist“, sagte ich.

Sie nickte und öffnete langsam ihre Handfläche.

Ein kleiner Messingschlüssel lag darin.

Ich runzelte die Stirn.

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„Was ist das?“

„Deine Mutter hat mich gebeten, ihn dir nach ihrem Tod zu geben.“

Mir zog sich der Magen zusammen.

„Was kann man damit öffnen?“

„Sie sagte, du würdest es verstehen, sobald du ihn gefunden hättest.“

Ich starrte sie an.

„Warum hat meine Mutter ihn mir nicht selbst gegeben?“

Raven zögerte.

„Vielleicht, weil sie dachte, du würdest ihn an einem sicheren Ort aufbewahren und nicht herausfinden, wofür er ist.“

Die Bemerkung traf mich.

„Du kennst mich nicht.“

„Nein“, antwortete Raven leise. „Aber Doris schon.“

Einen Moment lang wich meine Traurigkeit der Verärgerung.

„Warum hat meine Mutter dir das dann anvertraut?“

Ravens Gesichtsausdruck wurde weicher.

„Ich kannte sie nicht besser als du.“

„Warum hast du dann den Schlüssel?“

„Weil ich einen Teil von ihr kannte, den du nicht kanntest.“

Bevor ich sie fragen konnte, was sie damit meinte, erschien mein Mann Tom mit meinem Mantel.

Raven wich zurück.

„Versteck den Schlüssel nicht in einer Schublade.“

Dann ging er.

Ich stand da, den Metallschlüssel fest in meiner Handfläche.

Eine Frage ließ mich nicht los.

Was hatte meine Mutter verheimlicht?

Als ich Raven zum ersten Mal begegnete, saß sie in dem alten Sessel meines Vaters und trank Tee aus dem feinsten Porzellan meiner Mutter. Schwangerschaft und Mutterschaft

Ich ging mit den Einkäufen in die Küche und blieb wie angewurzelt stehen.

„Mama?“

Meine Mutter, Doris, blickte auf.

Mit ihren 73 Jahren war sie glücklicher denn je.