Sie mietete ein altes Zimmer in der Nähe von Portales und arbeitete nachts in einer kleinen Klinik. Langsam ging sie, ihr Bauch wuchs unter ihrer Uniform, bis sie eines Morgens einen Brief erhielt: Die Zahlungen für das Wohnheim ihrer Mutter waren auf Anordnung des Bürgen eingestellt worden.
Da spürte sie, wie etwas in ihr zerbrach.
Auf der Suche nach Unterlagen, um um Hilfe zu bitten, fand sie ganz unten in ihrer Tasche den Umschlag, den sie seit der Nacht in Valle de Bravo aufbewahrt hatte: das Blatt Papier mit ihren Notizen und der Blutprobe. Gesundheit.
Sie las ihre eigene Handschrift. Puls. Blutdruck. Uhrzeit. Damians Blutgruppe.
Dann holte sie die Kopie des Vaterschaftstests heraus.
Die für Damian registrierte Blutgruppe stimmte nicht überein.
Mariana setzte sich langsam hin.
Das Labor hatte nicht gelogen.
Sie hatten ihr das Blut eines anderen Mannes geschickt.
Am nächsten Tag verabredete sie sich mit Ernesto in einem Café. Sie legte beide Blätter Papier auf den Tisch.
„Die Probe war nicht von meinem Mann“, sagte sie.
Ernesto, ein ehemaliger Sanitäter beim Militär, verstand sofort. Sein Gesicht wurde kreidebleich.
„Der Arzt, der die Probe genommen hat, ist drei Tage nach dem Ergebnis verschwunden“, murmelte er.