Daniel kam auf mich zu.
„Olivia, warte!“
Ich stieg in den Aufzug und fuhr los, ohne mich umzudrehen.
Als ich meine Wohnung erreichte, hatte ich bereits 152 verpasste Anrufe.
Einen Moment später klingelte es an der Tür.
Über die Überwachungskamera sah ich Daniel draußen stehen. Seine Krawatte war gelockert, und seine Haare waren zerzaust, weil er sich ständig durch die Haare fuhr.
Hinter ihm stand Vivienne.
Sie trug immer noch ihren Verlobungsring.
Und das machte mich wütender als der Kuss selbst.
Daniel drückte erneut den Klingelknopf.
„Olivia, mach die Tür auf. Wir müssen reden.“
Ich aktivierte die Gegensprechanlage.
„Du hast drei Minuten.“
Er warf einen Blick in den Lautsprecher.
„Drei Minuten? Ich bin dein Ehemann.“
„Regulär vielleicht. Emotional hast du vor zweihundert Angestellten gekündigt.“
Vivienne trat näher an die Kamera heran.
„Ms. Whitmore, ich verstehe, dass der heutige Tag schmerzhaft für Sie war, aber Ihre Reaktion hat eine ernsthafte Unternehmenskrise ausgelöst.“
Ich musste mir ein Lachen verkneifen.
„Meine Reaktion?“
Daniel beugte sich zur Tür.
„Sie haben Konten für Gehälter, Lieferanten und Akquisitionen eingefroren.“
„Ich habe unsere gemeinsamen Konten eingefroren. Das Unternehmen hat nur deshalb Schaden genommen, weil Sie meine Aktien ohne meine Zustimmung als Sicherheit verwendet haben.“
Stille senkte sich über den Flur.
Sein Blick schweifte ab.
Das war Bestätigung genug.
Ich öffnete die Tür, ließ aber die Sicherheitskette dran.
Erleichterung huschte über sein Gesicht, bis er meinen Blick auffing.
„Olivia …“, sagte er leise. „Ich habe einen Fehler gemacht.“
„Sie haben einer anderen Frau öffentlich einen Heiratsantrag gemacht.“
„Das war strategisch.“
Ich sah ihn wortlos an.
Vivienne seufzte ungeduldig.